man sollte gar nicht erst anfangen, katzenvideos bei youtube zu schauen. schon gar nicht, wenn man keine zeit hat, eigentlich. und auch kein geld und keinen platz, sich ein solche wollknäuel in die wohnung zu holen. nein, dann sollte man das gefälligst unterlassen. und bloß nicht hier drauf klicken.
lila
28 Janwer einen daumen entbehren kann, oder auch zwei, oder den großen onkel, oder auch den kleinen zeh – da bin ich nicht wählerisch – möge sie bitte drücken. das drücken nicht_eigener körperteile zählt gleich doppelt. also bitte.
ich könnte es jetzt gut brauchen.
Stille.
25 Jan
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Dann zertrümmerte er ihr den Boden unter den Füßen.
Bis ins Mark.
Sie vergaß, wie es ist, zu atmen. Vergaß, wie sich Leben anfühlt. Dann rannte sie. Rannte, rannte um ihr Leben, während sich ihr eine eiskalte Leere ins Blut goss und ihre Haut zerschnitt.
Der Boden zerriss zu Kratern und scharfkantige Schluchten gruben sich ohrenbetäubend in die Tiefe. Sie rannte, blind vor pechschwarzer Kälte. Dann hörte sie ihn flüstern. Als sie sich in verzweifelter Hoffnung zu ihm umdrehte, stürzte sie zu Boden und brach sich das Herz.
schneeschnupfen
21 Jan
Eine Festung aus Zellstoff schlängelt sich am Rand meiner Matratze. Gefühlt hundert Taschentücher haben meine Nase aufgerieben und nun einen wunden Punkt in meinem Gesicht hinterlassen. Rudolphinchen. Wenn ich den Kopf etwas hebe, kann ich durch die Fenster sehen. Tschechischer Tiefschnee liegt auf der Veranda.
Marshmallowschnee, in den man leise einsinkt, wenn man rauskönnte und nicht ans Ferienbett neben den Ofen in der Wohnzimmerküche gefesselt wäre. Wenn nicht der Husten einem in die Lungenflügel greifen und so richtig dran ziehen und rütteln würde. Dafür kann ich im Bett dann Fotos von meinem Spiegelbild in der Rotlichtlampe machen, von den Deckenbalken und vom fancy Flachbildfernseher mit 200 Programmen, der gleich neben der Reibe aus Uromas Zeiten hängt.
Ich habe drei Seiten vol von Aussprache, Grußformeln, Wegfragewendungen und Ja-Nein-Danke-Konversationsstoff mitgebracht. Dobrý den über die Lippen zu bringen, konnte ich immerhin auch den ganzen ersten Tag lang üben. Bis zur Snowboardstunde. Nach der bin ich glücklich aber mit Fieber ins Bett gefallen und hab mein Immunsystem auf dem Übungsberg im Schnee verloren.
Die restliche TschechienZeit gab es ans Bett gebracht und mit dem Blick durchs noch weihnachtlich verzierte Fenster. Auf die glitzernden Eiszapfen, den Schneemann mit dem breiten Mund und die zusammengeklappten Holzstühle. Die Zwischenzeit vertreibt mir der innerliche Kampf Hunger gegen Aufstehensunwillen und die Fähigeit, die letzten Taschentücher aus ihren Schlupfwinkeln zu locken.
Und als ich dann am letzten Tag nach einer halben Stunde Zurückfahren der Putzfrau gegenüberstehe und sie mir meinen iPod entgegenhält, kann ich immerhin nochmal die Aussprache eines vollends erleichterten děkují üben. Wer sagts denn.
rückenpoesie
15 Jan
Ein schönes Stöckchen, das mir kiwikuenstler zugeworfen hat. Einen Blick ins Bücherregal zuhause werfen und aus den Titeln ein Gedicht basteln.
Aus den Rücken einiger meiner Bücher nun dieses Möchtegern-Gedicht geleiert.
(der wunschpunsch)
ein mosaik für leidenschaftliche.
der gelbe vogel
der schwimmer
dschungelkind
der pferdeflüsterer
das regenkind
das orangenmädchen
der kleine prinz
(die mitte der welt.)
die grashütte
der morgenstern
die dunkle seite des mondes
die katze kam zurück
for the love of light
(freischnorcheln.)
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die autorInnen:
michael ende, julia schoch,
myron levoy, zsusa bánk, sabine kuegler
nicholas evans, merethe lindstrøm, jostein gaarder, antoine de saint-exupéry
andreas steinhöfel.
martin selber, max kruse, martin suter
hilary mullins, edited by jenifer altmann
mieze medusa
hellmüde
13 JanDie Club Mate im Bauch packt dich am Schlafittchen und wirft sich dich über die Schulter, wie einen Leinensack.
Trennt Körper von Gefühl und zeigt dir, dass es etwas gibt, das dich von innen am Kragen packen kann.
Ja, du bleibst wach. Aber ganz da bist du nicht mehr.
Mit dem einen Fuß schon eingeschlafen, mit dem anderen noch tanzend.
nasse Kopfkissen
12 Jan
Am Vortag noch hatte ihm seine Schwester wieder pechschwarze Worte in die Ohren gespuckt. Warum er so sei, wie er ist.
Nicht wie sie mit ihren dürren Fingern. Warum er so anders geworden.
Er hatte versucht, sich mit seinen kleinen Händen zu wehren. Dummkopf, böse Worte sind so viel stärker.
Als er später in finsterer Nacht erwachte, rannte er zum Fenster. Kein Licht am Himmel.
Der dicke Junge weinte verzweifelt.
Ich habe den Mond gefressen.
gemeinsam fluchen
9 JanDieses Hallenprojekt ist schon eine erstaunlich tolle Idee.
Dadurch gibt es Orte, an dem man immer dann (mit anderen) arbeiten kann, wenn man es nicht zuhause tun will.
Daher sitze ich heute auf der Couch vom upstram-Büro. Und trotzdem die upstreams zu sechst ausgeflogen sind, haben sich hier drei Arbeitswütige eingefunden und arbeiten mit ihren Laptops vor sich am Tisch oder auf dem Schoß.
Fast immer gibt es Leute, deren Internet zuhause gerade nicht funktioniert,oder die wie ich vor dem aufgeschlagenen Buch zuhause schwach werden. Hier findet man dann Leute, Arbeitsflair, gemütliche Kissen und zwischenzeitliche Arbeitsablenkung:
Powernapping auf der Couch zu einlullendem Tippen, Clubmate trinken, weil man vergessen hat wie eklig sie schmeckt,
wegen der sofortigen Wirkung dann aber doch weitertrinken,
sich zu einem rettenden Freitagabend verabreden,
Krischjohurt essen,
von Schweden träumen,
und bei dem Wettkampf Schokocroissantknüllpapier über die Schulter weit neben den Papierkorb zu treffen haushoch gewinnen.
Nebenbei atmet man die Arbeitsmoral der anderen ein und schafft viel mehr als zuhause zwischen Wäscheständer und Küche.
Und fluchen, jammern, lachen, sich strecken und Vorsichhinwippen ist in Gesellschaft sowieso viel besser.
eines der wenigen koseworte, die aus dem mund anderer sofort in meine eigene kosewortliste gesteckt wurden
7 JanDickbauchschnecke.
wortmonster
5 Jan
Wie klebrige Kinderhände zerren sie an meinen Haaren. Verjagen indianerheulend die Müdigkeit und rauben mir den Schlaf aus den Augen.
Die Worte kommen wie kleine Nachtmonster aus der Luft und fallen neben mich. Purzelbäume auf dem Laken. Sie krabbeln mir über die Hände, bevölkern mein Herz und schwirren um meinen Kopf. Sie stolpern über meine schlafbesockten Füße und kitzeln mich zwischen den Zehen.
Ich versuche schlaftrunken, sie an den Ohren zu ziehen und in eine Reihe zu stellen. Ihnen eine Geschichte zu bauen und sie in ein Schlaflied zu schicken. Aber sie lassen sich nicht einfangen und wuseln aufgeregt durcheinander, über die leeren Zeilen.
Die einen flüstern von Erdbeerfeldern, die anderen von Abendteuern. Zart, fast durchsichtig schweben drei in der Luft und hinterlassen einen Hauch Wärme an den Ohren. Aber die nächsten sind schon dabei, mir mit eiskalten Fingern den Rücken hinabzurutschen. Mir den Atem zu stocken. Während von weiter her eine lärmede Wortgruppe sich einen Spaß daraus macht, mir dumme Sprüche hinter die Ohren zu schreiben.
Kleine Monster, die rücksichtslos auf meinem Kopf herumtrampeln und mir Ringe unter die Augen. Nachts. Natürlich. Dass am nächsten Morgen der Tag beginnt, könnte ihnen nicht unwichtiger sein. Den Schlaf haben sie geteert und gefedert an den Bettpfosten gehangen.
neue seiten
2 Jan
Ach, sagt er, wie soll das neue Jahr schon werden?
Mit großen Augen schaut sie. Empfindlich. Papierherz.
Toll wirds natürlich. Noch toller als das vorige.
So ist es doch immer.
Und diese Worte nimmt sie mit.
Schreibt sich ins Herz und tut so, als wären es ihre.






wer sagt was