
Ohropax muss ich kaufen, Mückenspray darf ich nicht vergessen und erst recht nicht Sonnencreme und die Polaroidkamera. Den ganzen Tag laufe ich immer wieder ein paar Minuten mit der Lippe zwischen den Zähnen durch mein Zimmer und murmele vor mich hin. In drei Tagen heißt es für mich das allererste Mal: Festival. Das erste Mal Musik zum Aufwachen, Einschlafen und Mithüpfen.
Gummistiefel? Badesachen.
In meiner ach-so-aufregenden Frühjugend hatte ich Festivals bisher ausgeklammert. In schweißigen betrunkenen Menschenmassen verloren gehen, in der prallen Sonne die Bands nicht sehen und nachts nicht schlafen zu können als der Horrortraum schelchthin.
Einen Campingkocher borgen. Und Geschirr!
Aber man wird ja erwachsen. Und man erinnert sich an die Erfindung der Ohropax und dass es auch klein und schnuckelig geht. Eben ein Kuschelfestival für AnfängerInnen. Bei dem man mal schauen kann, wie man sich so macht als cooles Festivalkid und so tun, als ob man dazugehört.
Kekse, Wäscheklammern, Kuschelkissen.
Bis Freitag wird man mich in Gedanken versunken auf der Straße Leuteanrempeln sehen, in der Kaufhalle allerlei ungesundes Dosenfutter kaufend, Wasserflaschen in der Hand wiegend und bei H&M Sonnenhüte ausprobierend.
Pflaster, Spaghetti und Pesto.
Den Nachbarn vom Haus gegenüber biete ich ab 24 Stunden vorher einen besonders schönen Anblick: Ein Mädchen mit uraltem Campingrucksack, der so gar nicht zu ihr passt vorm Spiegel stehend. Inmitten ein- und wieder ausgepackter Sachen.
Mit nervösen Haarsträhnen hinter den Ohren und zwischen ihnen etwas versteckt ein breites Grinsen.
Wie vor jedem ersten Mal.










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