Archiv | März, 2010

schoßtiere

23 Mrz

kasimir und maroo sitzen nebeneinander auf dem küchenboden.
und auf jedem schoß schnurrt es und wärmt es.

beide streicheln gleichzeitig über ihren laptop und seufzen.

dancing queen

22 Mrz


Noch fünf Tage. Dann kommt Berlin angerollt und Lund wird laut. Und voll.
Von jetzt an bekommt jeder beendete Tag ein großartiges Abschiedslachen in Vorfreude auf den nächsten abzustreichenden, bis nur noch einer da ist.
Bis dahin wird die Wohnung auf den Kopf gestellt, heimlich Matratzen aus der einen Wohnung in die andere gefahren, das angesagte Wetter mit einem Hüftschwung ein paar Tage nach hinten geschubst und vor Freude schon mal ein paar Sachen durch die Luft geworfen. Einfach so. Weil ich es kann.
(Und weil es jetzt tatsächlich so warm draußen ist, dass man mal schnell raus kann, ohne sich eine Stunde einkleiden zu müssen.)

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//gelernt: ziemlich perfekt sagen zu können: ‘ich spreche nicht so gut schwedisch’
//angewandt: immer öfter dieses gespräch.  ‘einen kebab bitte. ohne tomaten. (-) ja, ohne tomaten. (-) nein danke, kein getränk.  ja, danke, ich nehme alles gemüse, nur keine tomaten. (-) nein, keine tomtaten!’

wo der wächst

17 Mrz

vom elch knutschend ins boxhorn gejagt und neben dem hund  begraben, liegt da der hase im pfeffer.

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schön, dass es dich gibt, deutsch.
auch wenn englisch eine viel sportlichere tussi ist,
bist du immer noch meine liebste kindergartenfreundin von nebenan.

um frische luft hineinzulassen

15 Mrz


manchmal geht es einfach zu tief,
sodass beim weggehen rote striemen sichtbar werden, die tief ins fleisch geschnitten haben. so richtig hast du das nicht mitgekriegt, wie sich die äste des baumes vor deinem zimmer immer weiter um dich geschlungen haben. wie sie sich mit ihrer scharfen rinde in deine haut gerieben haben. weh tat es nicht. nur manchmal hat es an den ästen geziept, wenn ein paar vögel sich ein nest gebaut haben im baum. die kleinen risse sind immer verheilt. bis.
bis du dich bewegt hast und die äste wie seile zurückgerissen wurden und dabei deine haut aufreißt, weil die rinde so hart ist und deine haut so dünn. so roh.
jetzt stehst du da, gekrümmt. und guckst dir mit dem blick über die schulter die spuren an und schüttelsts dich. du fandest es eigentlich immer schön. wie die blätter deinen nacken gekitzelt haben, dir geschichten in die ohren geraschelt. schön, noch ein bisschen mehr um dich herum zu haben. umarmt und eingewickelt.

aber dann zuckst du nach monaten noch zusammen, weil wenn du im meer schwimmst, du deine wunden immer noch spürst. das salz. aber du könntest niemals aufhören, im meer zu schwimmen, weil das meer zu dir gehört. du bist das meer.

du wolltest die salzige luft hineinlassen in dein zimmer und hast die fenster immer weit geöffnet.
die äste, die so vorsichtig und leise hindurchgewachsen sind, hast du deswegen abbrechen müssen. weg von dir, von deinen schultern. und hast ihnen mit traurigen augen hinterhergeschaut. wie sie da so lagen auf der straße,  der baum jetzt mit kürzeren fingern.

aber dann hast du dein fenster zugemacht. verriegelt und dich in die weichen wiesen gelegt, die immer auf dich warten, die da sind. schon dein halbes leben lang. die kühl deine haut berühren, die wissen, wo es gut tut und die mit ihrem gras die striemen verdecken.
und manchmal denkst du zurück an deinen bunten kokon und wie schön es war. und dann fühlst du das meer plötzlich in deinen augen. und dann rennst du zum fenster und ziehst die vorhänge zu. ein bisschen dunkler ist es dann in deinem zimmer.

aber manchmal tut es einfach zu weh. manchmal muss man das fenster wieder zumachen, das man einmal geöffnet hat.
denn manchmal geht es einfach zu tief.

märztage

9 Mrz

wenn die geschenke und karten und worte so tröpfchenweise kommen, stück für stück, fast jeden tag eine andere überraschungspost, dann ist das mein ganz eigener langer geburtstagsmonat.
und ich sollte darüber nachdenken, das ab jetzt immer so zu machen.
so bekommt jeder märztag seinen eigenen kleinen sonnenschein.
danke an alle die sich erinnert haben und sich noch erinnern,
auch wenn ich aus den augen bin.

fremdschreiben

1 Mrz

auf nette anfrage von hannah bin ich bin fremd gegangen und habe einmal nicht für mein treues gutes altes, sondern für ihr blog eine geschichte geschrieben.
aus den themen fußpilz, sonderangebot oder heimweh durfte ich mir eins aussuchen. dreimal darf geraten werden, welches thema mich zum schreiben gebracht hat.
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(wer nicht so auf raten steht, darf es auch einfach gleich angucken)

morgens

1 Mrz

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schlaftrunken rannte kasimir mit nackten füßen die treppen hinunter, über die holzdielen, um die glasmurmeln, die tür hinaus, ins gras, den tau um seine füße fliegend direkt in die wiesenmitte. er blickte nach oben, lachte und breitete die arme aus.
als maroo eine halbe stunde später aus dem dachfenster lugte, sah er wie kasimir halb nackig durch den garten rannte, sein t-shirt angehoben und mit den armen wedelnd.

später, als sie beide im erdbeerbeet saßen, die zehen in der erde vergraben und die augen geschlossen, erzählte kasimir. er hatte versucht, die frühlingssonne unter sein t-shirt zu locken und einzufangen..
damit er sie mit ins haus, zu maroo ins bett nehmen und immer wieder ein stückchen gutelaunelicht für sie beide abknapsen konnte.

und wenn sie sich nicht getäuscht hatten, kam in diesem moment ein goldenes glucksen vom himmel heruntergeschwebt.
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