wollknäuel

23 Nov

während laura ihren stern findet, zerkrümelt pauline geistesabwesend ihr taschentuch. aishe lehnt sich eifrig gegen mich und guckt zu, wie der stern glitzert. dazu sind wir unter eine decke gekrochen. als mischa der bär seinen hustensaft schluckt, zeigt emine auf seinen bademantel und erzählt, dass sie einen in rosa und pantoffeln in gelb und rosa hat.
moritz hat keine bücher zu hause und hört mit gekrauster nase zu, wie der hai wellenreiten lernt. alle kinder wissen jetzt, dass man sterne nur in der nacht sieht.

yoha, der nicht spricht, zeigt fragend auf die schlafenden hühner bei petterson und findus. yoha mit den großen augen. er nickt eifrig auf meine frage, ob er denn schon einmal eine katze gestreichelt hat und als antwort, wie alt er ist, hält er er mir seine finger entgegen.

am ende weiß ich, wie man sterne zurück in den himmel schickt (geburtstagsluftballons dran binden), kenne flippo den delfin und tristan den traurigen hai und habe beim abschied die hände voll mit tausendundeinem fadenende – an jedem hängt ein anders gesponnenes lebensknäuel.
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10 Antworten zu “wollknäuel”

  1. DonMatze Dienstag, 23. November , 2010 um 19:04 #

    Gut, dass es Menschen wie Dich gibt…

  2. Anika Dienstag, 23. November , 2010 um 23:14 #

    wow. … danke dafür.

  3. lordfoltermord Mittwoch, 24. November , 2010 um 15:39 #

    Vorlesetag also. Prima Dingens! Als ich dies mal bei einer halbwüchsigen Schulklasse machte, konnte ich mich trotz des größtenteils freundlichen Zuhörens und einer sich nachher noch dezent entspinnenden Diskussion nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass dabei auch eine große Wolke Freu über die geopferte Doppelstunde Mathe in der Luft hing … wäre sehr verständlich …

  4. Anika Mittwoch, 24. November , 2010 um 15:43 #

    ein tag. allerdings jede woche. ich mach das regelmäßig und in einer kita. da sind se noch ein bisschen süßer ;)
    aber ja, so schulklassen bespaßen konnte ich in schweden. schon interessant, wie die schulklassen heute so aussehen. ich denke immer: wir waren viel unschuldiger damals.

  5. lordfoltermord Mittwoch, 24. November , 2010 um 16:12 #

    Waren wir ja auch; vor allem ich *flöt*.

  6. paula Mittwoch, 24. November , 2010 um 16:44 #

    bitte weiterstricken
    vielleicht wird ja doch – irgendwann – ein wollbuch draus
    das wär toll
    bis dahin schön die lebensknäuel entwirren und neu verknoten
    oder so
    :-)

  7. Magnolia Mittwoch, 24. November , 2010 um 19:33 #

    Hach… schön :-) Find ich klasse, dass du das machst und vor allem, wie du das hier wiedergibst :-)
    Schön und bitte mehr und weiter so.

  8. Anj Sonntag, 28. November , 2010 um 3:39 #

    Oh was für ein schöner Text. Stell mir das richtig gemütlich vor, wie du da mit den Kids in der Kuscheldecke hockst, eine wollige Decke über euch und sämtliche Kulleräuglein auf dich gerichtet.
    Mich interessiert übrigens die Geschichte von Tristan, dem traurigen Hai. Warum war der denn so traurig? Und gabs ein Happy End für ihn?

  9. Kassiopaia Dienstag, 30. November , 2010 um 10:21 #

    Bären haben Husten? Kommt daher der Name “Hustinettenbären”? Und genau, was ist mit dem Hai? Und das Moritz keine Bücher zuhause hat, ist ja wohl ein Skandal. Pfui pfui, liebe Eltern! Gut, dass der Kleine dich hat. :)

  10. rotesgummiboot Montag, 20. Dezember , 2010 um 14:11 #

    Das stimmt, wenn du die Situationen immer so lebendig beschreibst, könnte man glauben, dass man selbst dabei gewesen sei.

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