re:publica die Dritte oder Obst und Baum

apfel.jpgEin gefüllter Saal. Gefüllt mit allerhand Menschen. Davon haben wiederum allerhand ihren Laptop auf dem Schoß und davon sind wiederum allerhand klein, weiß und mit einem in den Raum leuchtenden Apfelsymbol bestückt. Da fühle ich mich doch gleich geborgen und mein Kleiner auch. Seelig sitzen wir also inmitten der Blogger, die während der Veranstaltung bloggen und derjenigen, die einfach nur nicht mehr nur zuhören können, sondern nebenbei noch 10 andere Sachen auf ihrem Laptop erledigen müssen.

Windows-Laptops entdecke ich nur sehr sehr vereinzelt, das sind sicherlich die ganz Starken, die sich getraut haben, im Angesicht des leuchtenden Apfelmeeres ihren faden -sorry- unapfeligen Laptop rauszuholen.
Die anderen schreibenimg_7666.jpg demonstrativ auf vergänglichen Medien – Papier. Moleskine herrscht natürlich auch hier vor. Schließlich gehört man ja zur digitalen Bohème und fühlt sich künstlerisch. Das muss natürlich auch nach außen getragen werden, sonst merkt das ja keiner, dass man kreativ ist. Und das wäre ja fatal. Schließlich will man auffallen. Oder zumindest mit der großen Gruppe der ponyhabenden, zopftragenden, Streifenpullis tragenden und eben in Moleskinebücher schreibenden jungen Kreativen verschmelzen. Das schwarze Büchlein in der Hand oben beschriebender Personen schreit also hörbar jedem, der es nicht hören will, kreischend ins Ohr: „Ich gehöre auch dazu! Ich bin kreativ!“. Autsch. Dabei muss ich doch auch schon selbst versuchen, anders als all die anderen zu sein und trage das Namensschildchen total wahnsinnig einzigartig individuell in der Hosentasche. Blöderweise habe ich auch mit dieser total wahnsinnig einzigartig individuellen Tragetechnik schon einige rumlaufen sehen.

Ach, das ist alles ganz schön anstrengend, so eine Konferenz;-)

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6 Gedanken zu “re:publica die Dritte oder Obst und Baum

  1. ich hab manche gesehen, die haben in ihr republica-badge eigene visitenkarten geklebt oder zeugs draufgeschrieben – damit waerst du bestimmt wieder ein stueck individueller. ;)

    schickes neues headerbild uebrigens – ist gar nicht wiederzuerkennen, dein blog, aber das wortspiel mit den blaettern sollte mit dieser neuen visuellen hilfe nun jeder kapieren^^

  2. Ich hab mir neulichs auch einen knallroten „Moleskin“-Kalender gekauft. Allerdings weniger um meiner schier grenzenlosen Kreativität Ausdruck zu verleihen (dazu reicht mein Charme), sondern um endlich mal symbolisch Struktur in mein Leben zu bringen.

    Naja, jetzt liegt der Kalender hier lieblos in der Ecke.

  3. alex: ha, das ist ja eine tolle Idee…ich hab‘ mir auch gleich ein alternatives Schildchen gebastelt, mich dann aber lieber doch für mein t-shirt entschieden. Beides wäre zu viel gewesen…

    und danke für das Lob, das freu mich. Das war schon ein lange gehegter Wunsch und Vorstellung, das endlich so zu machen, aber irgendwie bin ich nie richtig dazu gekommen und habe das auch immer wieder ein bisschen vergessen. Aber ejtzt *tadaaa* Noch nicht perfekt, aber immerhin.

    die anderen Beiden:

    Ich habe gar nichts gegen Moleskine. Ich habe sogar selbst ein solches Büchlein, aber ich schließe mich von meinen gehässigen;-) Worten nicht aus…nein, die sind schon toll. Eben, weil sie so schick aussehen!^^

  4. Oh Gott! So viel oberflächliche und gleichzeitig „individuelle“ Menschen in einem Raum?! Da muss di Luft ja sieden vor Kreativität, understatement und wahnisinniger Lässigkeit gepaart mit gewollt zottelig getragenen Zöpfen…

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