Morgenwiesenmeere

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Ich sitze in dem Korbsessel, in dem es mir immer gut geht. Mir der weichen Decke um den Schultern, die mich immer an die Zeit erinnert, in der ich draußen im Gras lag und die Katze auf meinem Bauch, und der Laptop auf dem Schoß halten mich liebevoll warm. Ich gucke die DVD, die es mir immer gutgehen lässt. Dann klopfen Sturmregen und Nachtwind so heftig einladend an mein Fenster, dass ich am liebsten das geflügelte öffnen will, um mich mit kribbelndem Bauch, geschlossenen Augen und ausgebreiteten Armen an die Brüstung zu lehnen.

Weil ich aber nicht ganz so mutig bin, wie mein Bauch, stoppe ich die DVD , klappe den Laptop zu, lösche alle Lichterketten, kippe das kleine Fenster an und krabble in Windeseile unter meine raschelnde Bettdecke, die noch so schön nach frisch gemähtem Gras riecht.

Und dann lasse ich mich wiegend in den Schlaf regnen und träume von fast durchsichtigen Nebelschwadenschwärmen über tautröpfchenbehangenen Morgengwiesenmeeren.

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13 Gedanken zu “Morgenwiesenmeere

  1. Was ist „gefügelt“? Was war das für eine DVD? Wieso riecht deine Decke nach Gras, hast du ein Heubett wie Heidi? Fliegen Nebelschwadenschwärme im Winter auch in den Süden? Kann man in Morgenwiesenmeeren schwimmen?

  2. danke für die Lobe..Lobse…Lobi? Ach, danke halt^^

    kassio: na, wenn das Fenster zweigeteilt ist und man es wie Flügeltüren aufmachen kann,
    eine DVD mit einer Serie drauf, weil sie frischgewaschen ist, nein, das würde zu sehr pieken, glaub ich, ich frag‘ sie das nächste mal, ja, definitiv.

    puppe: umschreiben einfach, indem man was anderes schönes drinnen macht und alles andere ausblendet :-)

  3. …um DIE schultern…Aber „sonst“ schööön und kuschelig und -wie immer- wortfindungsgeistREICH! kann also auch dieses Wetter ein wohliges GEfühl hervorrufen. Natürlich nur mit deinen Worten, du Wortfee:-)

  4. paula: ah..danke, ich meinte schon „um den“, aber da fehlte noch das mit der weichen Decke…usw. hab‘ ich geändert, danke.
    Und tsänks auch für den Wortfeetitel. Darf ich mir das auf die Stirn schreiben?

  5. Auch von mir einige Lobse: Toll und schön und vor allem: durftend! Ich wünsche mir jetzt, mich in mein Bettchen zu legen mit dem Wissen, Urlaub zu haben, draußen regnet es und es duftet nach frisch gemähtem Gras… mmmmmmmmmmhhhhhhhh ach ja

  6. Lobae at infinitum:
    Hmmm…das ist Pösie im 21. Jahrhundert: der Laptop wärmt und schützt den Schoß…das gäbe doch einen vielverprechenden Prosa-Ansatz; das Einbinden moderner Errrungenschaften des täglichen Lebens. Wer hat schon mal Elegien auf LED-Lampen oder Blackberrys verfasst. Heißt nicht auch der neue Wong-Kar Wai-Film so: MyBlackberry Nights?

    Als Kind liebte ich es, mich an Regenabenden ans geöffnete Fenster zu kauern, unten die wärmende Heizung, einen Schirm aufgespannt, den ich schnell versteckte, wenn jemand das unschöne Wetter trotzend vorbeizulaufen drohte und den in Griffnähe befindlichen Magnolienbaum/strauch zu beobachten, wie er sich vollregenen ließ.
    Letztens hatte ich mich vor plötzlichem Regen unter das Vordach einer Confiserie gerettet, das verursachte ein sehr ähnliches Gefühl in mir…plus Lust auf Schoki :o)

  7. lord: klingt nach einer schönen Kindheit. Und ja, ich wette, es gibt schon so einige Oden, Gedichte und hymnen über Technikspielzeug. und ja, der film heißt so. Ich bezweifle aber, dass es da um etwas anderes als einen Blueberry-pie geht.

    kassio: ah, okay, hab’s schnell und heimlich geändert…

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