Blogpiepel Aftershow

Dass das erste Blogpiepeltreffen von Polizeischutz umgeben wird,
war nicht geplant.
Aber natürlich ist ja der 30. April der Vortag zum ersten Mai und natürlich ist der Boxhagener Platz der, an dem sich alles trifft, was grüne Streifen auf den Wagen hat und Sterne auf der Schulter.
Das Treffpunkt-Café befand sich nur ein paar Schritt außerhalb der Sperrzone und nur Anj und mir wurde in die Taschen geschaut, als wir durchgeschlendert sind.

Ab 20 Uhr trudelten dann nach und nach die Blogpiepel ein. Das „Ist das hier das Bloggertreffen“ war je nach Typ schüchtern geflüstert oder frei heraus gelacht. Meine knalllachsrote Armbinde – sogar an beiden Armen – wurde zwar nicht bemerkt, aber mein Winken gepaart mit dem „Ich bin die, die“ – über den Tisch gerufen haben dann doch die meisten bemerkt.

Irgendwann waren dann alle Plätze besetzt, irgendwann hatte jeder Namen und Blogadresse sich auf die Brust geklebt irgendwann nach der semi-verkrampften Vorstellungsrunde mit „undwasmachstdusowenndunichtbloggst“ wurde sich weiter angeregt unterhalten.

Es trafen sich die, die offensichtlich von Web2.0-Treffen zu Blogger-Treffen tingeln, andere, die vor Kurzem zum ersten Mal überhaupt fremde Kommentare auf ihrem Blog bekommen hatten und wieder andere, die damit schon genug Geld verdienen, um sich monatlich ihre Miete zu leisten.

Einige musste man im Ohr etwas leiser drehen. Andere etwas lauter und meist waren sie es, die man am liebsten in den Arm genommen hätte, und über die Wange streichelnd umarmt.

Komisch wurde es nie. Irgendwie war es, als ob das nicht das erste Mal war und nach einer kurzen Orientierungsphase haben die Grüppchen zueinander gefunden und sich immer wieder neu gemischt. Der eine ist dann zum Kickern weg, die andere auch, dafür hat sich dann die eine auf den Platz des anderen gesetzt…irgendwann hat jeder mal mit jedem.

Und einige ein bisschen offensichtlicher.

Es gab eine Zeit, in der mein Schuh in anderen Händen lagen und mitsamt der Ringelsocken auf aussagekräftige Charaktermerkmale untersucht wurde. Eine Zeit, in der sich viele über die Sternzeichenneuschöpfung „twidder“ beeiert haben. Und eine Zeit, in der die Puppe beidhändig spiegelverkehrt „Strahlenschutzphysiker“ auf den mit Packpapier beklebten Tisch geschrieben hat – begleitet von schieftöniger Mädchenzirkusmusik und Blitzlichtgewitter.
Was will man mehr von einem gelungenen Abend?

Höhepunkt war für mich zum einen, wie das umgeworfene Glas meinen geliebten Laptop (ohne Backup) knapp verfehlt hat. Und zum anderen, dass der Abend überhaupt so stattgefunden hat und tatsächlich – aus einer Idee geboren – jetzt quietschlebendig so vor sich herlief. Tolles Gefühl. Das Packpapier vom Tisch mitsamt Wachsflecken und Kritzeleien liegt jetzt in meinem Zimmer vorm Fenster. Schön wars, ja.

Und es wird ein nächstes Mal geben.

Mit dabei waren:

Anj von if there wasn’t a reason, Kassio vom Mixtape, Tina vom Kaolrienzählen, Puppe von Blogpuppe, Anne von Sonnenanne, Nico von Hagenbuger.net, Kai von alltagskakophonie, Jens vom Muhashadowblog, Dagger von Dagger und die Welt, Sandra von bloggerin.com, Christian von Plomlompom, und iche.

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13 Gedanken zu “Blogpiepel Aftershow

  1. Ein wundervoll zusammenfassender Bericht über das schönste 30.April-Treffen, das es nahe des Boxi gab. :-)
    Die Fotos sind auch toll – mit gebastelten Schiffchen und lachenden Menschen… schöne Stimmung. Und zum Glück kommt bei mir nicht dieses schöne, aber schmerzahfte „Hach ja“-Gefühl auf, denn eine Wiederholung des Treffens scheint ja schon durch allerlei Köpfe gewandert und für durchführbar befunden worden zu sein :-)

  2. Pingback: dagger.twoday.net
  3. Ich habe gerade mal die Hälfte der Leute geschafft persönlich zu sprechen. Rest kommt noch.
    Hey Ani in N.Y. gibts Streichel und Kuschel Partys. Ein neuer Trend für Berlin?

  4. Jens: Das ist gar nicht mal so neu mit den Kuschelpartys und gibts glaube ich auch schon in Deutschland (hab‘ vor ’nem Jahr mal ’nen NEON-Artikel darüber gelesen)…aber ich finde ja, man muss nicht jeden Trend mitmachen;-)
    (das nächste Bloggertreffen muss jedenfalls immer noch ohne Massagerunden und Schlafanzug auskommen^^)

  5. „…die man am liebsten in den Arm genommen hätte, und über die Wange streichelnd umarmt.“
    und
    „…aber ich finde ja, man muss nicht jeden Trend mitmachen.“
    was den nu? :-)

  6. das sind ja zwei ganz verschiedene Dinge.
    Bei Kuschelpartys wird es ja darauf angelegt, sich zu berühren und man geht da schon vorher hin mit dem Voratz und überhaupt stelle ich mir das böd vor, von allen da angegrabbelt zu werden…naja. Und das was ich meinte war einfach ein Ausdruck von „ach, wie niedlich“

  7. OK. Akzeptiert.

    Wo wir gerade bei niedlich sind, als ich erst einige TAGE alt war, und bei meiner Mama auf dem Arm, kamen die Tanten auch an. „Ach, ist der niedlich, wie viele MONATE ist er den Alt?“
    me/ Riesenbaby

  8. Sagen wir es mal so: Ich habe mich sehr sicher gefühlt ;) Bei den roten Armbinden habe ich mich nicht getraut zu fragen – dachte sie gehören zur Kleidung! Kurze Orientierungsphasen halte ich mittlerweile für üblich. Muss am Klientel liegen :D

    Der Abend war sehr lustig und für mich waren sehr viele neue Gesichter dabei. Das war in dem Sinne „erfrischend“. Ich freue mich schon auf das berüchtigte nächste Mal!

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