Passiert.

.nicht objektiv.

Mir schwindet meine Konzentrationsfähigkeit beim Trinken und ich füttere meinen Mac mit Wasser. Auf dem Display erscheint ein heller Streif, der aber langsam verschwindet.
In Die Bücherdiebin hängt jemand sein Herz in den gelben Himmel. Hier wurden Wolken drüber gestreut.
Eine halbe Schale irgendeiner Riesennuss liegt auf der Straße und ich suche unwillkürlich nach einem kleinen Nusstierchen, das geschlüpft ist.
Eine Woche lang kann man Wortschöpfungsmonstern wie fairgeben und fairtrauen auf der Fairen Woche ganz nahe kommen. Aber auch wirklich Wichtigem.
Auf der Bürotoilette steht ein Mädchen inmitten ihrer ausgebreiteten Schminkutensilienpalette und grinst mir mit einem Puderschwamm in der Hand verlegen zu.
Eine Frau geht in den Wald um ihr Kind allein zur Welt zu bringen. Sie stellt die unverblümten Bilder ins Netz und legt die Palzenta dekorativ auf einen Teller. Aus der Nabelschnur formt sie ein Herz.


letzteres via

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10 Gedanken zu “Passiert.

  1. Ziemlich leichtsinnig die Geburt allein im Wald, andererseit kann ich schon verstehen dass einem das Gefühl der Natürlichkeit im Kreissaal verloren geht. Wer schon mal so ein Ding von innen gesehen hat (ich hab da auch schon den ein oder anderen unangenehmen Dienst schieben dürfen) weiß wovon ich rede, die Hebammen sehen die dort arbeiten sehen das ähnlich. Andererseits geht es da ja auch nicht anders vor sich als im Wald, das Kind muss die Frau schon noch selbst zur Welt bringen. Der Unterschied ist nur die Absicherung, man weiß einfach nicht was einen danach erwartet. Wem das Krankenhaus zu unfamiliär ist hat ja immer noch die Möglichkeit in ein Geburtshaus zu gehen oder die Hebamme zur Hausgeburt nach Hause zu holen. Einen Arzt braucht man für die Geburt nicht zwingend (im übrigen dürfen auch nur Hebammen vollkommen selbstständig Geburtshilfe leisten, Ärzte dürfen das nur im Notfall!)

  2. Hm ja krass, ich teile Patricks ersten Gedanken und kann über die Frau nr den Kopf schütteln. Aber naja, jedem das seine. Sie freut sich, dass ihr Körper „so toll funktioniert“ und sie so eine schöne Geburt im Wald hatte. Wenn es Komplikationen gegeben hätte, hätte sie wahrscheinlich anders gedacht. Und so unwahrscheinlich sit das ja nicht.
    Was ich mich frage: Wäre es eigentlich strafbar, wenn sie ihr Kind im Wald zur Welt bringt und dieses dann aufgrund irgendwelcher Komplikationen stirbt?

    Aber, wir wollen ja das Wesentliche nicht außer Acht lassen: Du hast beinahe deinen lappi ertränkt! Auweia! Is er nu böse mit dir?

  3. Patrick: hm, ich finde „Natürlichkeit“ ist ein ganz schön heikles Thema. Wenn es nicht natürlich ist, im Krankenhaus Kinder zu bekommen, dann kommt bestimmt auch einer und erzählt, dass es nur natürlich ist, wenn ein kind bei der geburt stirbt, weil die nabelschnur sich um den hals gewickelt hat, und das eben der lauf der natur ist? Weil man nicht eingreifen sollte? nunja. Und ich finde, man sollte eben nicht mit dem Leben seines Kindes spielen (und das tut man in meinen augen, wenn man so ganz allein in den wald geht), sondern die medizinische hilfe nutzen bzw. wenigstens in der nähe haben, um eben nicht ein kind zu verlieren.
    wir laufen ja auch nicht mehr nackt und mit fell bekleidet durch die gegend und müssen waldbeeren pflücken. da nehmen wir dann doch den „fortschritt“ an und finden das nicht unnatürlich. und wenn man sich eben eine hebamme mitnimmt. das ist doch nu auch kein beinbruch…naja. aber verstehen werde ich das wohl nie. ist eben eine andere denkweise..

    Anj: ja, das wüsste ich auch gern. Jetzt, da alles gut gegangen ist, sind alle happy und freuen sich über die ach so natürliche Geburt. aber wenn was schief gegangen wäre würden alle „MORD!“ schreien. keine Ahnung, wie das so ist.

    der laptop hat mir schon verziehen. die spuren sind wieder geglättet und nichts ist zu sehen. alles wieder gut:-)

  4. Uff, hätte ich mal nicht bis nach unten gescrollt. Jetzt liegt mir mein Nutella-Brötchen doch arg schwer im Magen. *gulp* Hoffentlich kommt das nicht in Mode mit den Waldgeburten. Wo gehen denn sonst bald diese Leute hin? In den Müggelsee, zwecks Wassergeburt? Und im Winter würde sich das Kind aber ordentlich bedanken…

  5. Schön das sie sich dafür entschieden hat, ihr Kind alleine zu bekommen. Ob Haus ob Wald ist mir egal. Aber warum muss sie das ins Internet stellen? Wo ist ihre Schamgrenze, wenn sie ihre Brüste in die Kamera streckt? Und so eine Plazenta muss bestimmt gesondert entsorgt werden. Hat sie die etwa in die Lidl – Tüte gepackt, nachdem sie sie so leibevoll auf dem Teller drapiert hat (wäre beim Perfekten Dinner sicherlich gut gekommen) und artgerecht entsorgt?
    Der Aktion gebührt Applaus. *klatsch klatsch*

  6. Ohne der Ex-Schwangeren zu nahe treten zu wollen, aber sie hat sie wahrscheinlich gebraten und gegessen. Das machen manche wirklich. Man kann sie die auch im Krankenhaus in einen Frischhaltebeutel einpacken und mitgeben lassen.

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