die prinzessin mit dem himmelbett

prinzessin

Es war einmal eine Prinzessin, sagte er. Und fuhr mit dem Zeigefinger über ihre Stirn. Die lebte in einem blauen Schloss, das in der Sonne glitzerte. Die Prinzessin war wunderschön und hatte ein riesiges Bett. Ein richtiges Himmelbett, so groß war es. Es hätte den Nachthimmmel zudecken können.
Eines Abends kam der Prinz zu der Prinzessin, flüsterte er in ihr Ohr. Und er hatte das Waldmonster mitgebracht, flüsterte sie zurück. Er hielt es an seiner Hand. Doch dann wurde es plötzlich wild und biss die Prinzessin in den linken Arm. Tief gruben sich die dreckigen Zähne hinein.
Er hob den Kopf, schaute sie an und erzählte weiter, der Prinz aber stürzte sich auf das Ungeheuer und befreite die Prinzessin davon. Dann sperrte er es in den dunkelsten Keller. Aber ein Splitter eines Giftzahnes bieb in dem Oberarm der Prinzessin stecken, fuhr sie fort, mit leiser Stimme. Und der Prinz konnte nichts dagegen tun.
Wenn es böse endet, sprach sie in die Nacht hinein und fühlte sein Entsetzen, würde der Splitter schleichend in die Blutbahn geraten und den Weg zum Herzen der Prinzessin finden.

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11 Gedanken zu “die prinzessin mit dem himmelbett

  1. Oh Nein!!! Dann würde die Prinzessin böse und all ihre Gefühle für den Prinzen wären erloschen. Sie wird zu einem bitteren Menschen und der Glitzer ihres Schlosses und all die Herrlichkeit verblassen, bis sie schließlich nicht nehr da sind.

    Was soll der Prinz nur tun?

  2. Der Prinz tat, was ein Prinz in einem Märchen tun muss. Er zog sein Schwert und schlug dem Monster den Kopf ab. Doch was half das der Prinzessin, nichts. Der Splitter fand seinen Weg die Blutbahn hinauf, vorbei an Lunge, Herz, Hals und Nase und blieb am Ende von hinten in Ihrem Augapfel stecken. Der Schmerz drang Ihr durch Mark und Bein, sie sank zu Boden, schlug sich die Hände vors Gesicht und die dicken Tränen kullerten durch Ihre zitternden Finger. Als Sie die Augen wieder öffnete …

  3. Ralf: Bärks, wirklich! Das ist ja hier gerade wie ein Märchen einmal von Grimm erzählt und einmal von der BILD-Zeitung. Rate, was du bist.

    Ani: Ganz wunderschön geschrieben (vor allem das mit dem Nachthimmel zudecken, oi!) Ich find die Metapher mit dem stecken gebliebenen Splitter voll gut (aber weil jeder das für sich vielleicht anders interpretiert, erzähl ich mal nicht, wie ich die Metaphe für mich sehe. Sonst neh ich jemandem was weg)

  4. Anj: ich schätze die Bildzeitung.

    Als Sie die Augen wieder öffnete war das blaue Schloss verschwunden, das Himmelbett die kaffeebefleckte Couch in Ihrer Etagenwohnung und der Prinz wieder nur Frank. Wie schon nach dem ersten Mal, flehte er sie an Ihm zu verzeihen. Sie nickte, zog sich an und machte das Abendbrot.

  5. @ Ralf oder anders weitererzählt…

    Die Prinzessin spürte den stechenden Schmerz hinter ihren Augen und weinte bitterliche Tränen…
    Der Prinz hielt ihre zarte Hand und ermutigte sie zu weinen… solange, bis sie alle Tränen geweint hatte…
    Als die Augen der Prinzessin tränenleer waren, öffnete sie sie und spürte, der Splitter war aus ihr herausgespült worden und sie war frei :-))

    Ok, ok, weniger poetisch, aber das ist ja auch Anis Märchen, was mir übrigens total großartig gefällt ;-))
    Ich hab zumindest eine Deutung für mich draus gezogen :-)) Danke dir dafür, dass du das geschrieben hast!! :-))

  6. @ icke :-)) Schätze mal, das ist so eine „Denk-dir-selbst-wie-es-weiter-geht-und-zieh-deine-persönlichen-Schlüsse-für-dich-daraus“-Geschichte ;-))
    Ist vieeeel schöner, wenn Ani sie nicht zuende erzählt, finde ich jedenfalls ;-))

    Und fortsetzen dürfte Ani wohl die genussvolle Schlacht am Geburtstagskuchen-Büffet :-D
    Apropos… was hast du denn für einen Kuchen geschenkt bekommen?! Wie ich deine *Beste-WG-Freundin-der-Welt* einschätze, dürfte sie was gezaubert haben?! :-))
    Ich bin sooo neugierig :-))

    Lieben Gruß :-))

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