kopfbilder

wassertrog

Im Dunkeln wurde es interessant. Wer nicht zufällig seine Taschenlampe in die Gürteltasche gestopft hat, musste von Bühne zum Zelt noch versuchen, ein höllisch gefährliches ZeltSchnurlabyrinth hinter sich zu bringen – mit möglichst unbeschadeter Nase. Fast unschaffbar, wenn Zelt an Zelt an Zelt an Zelt steht und man den Nachbarinnen eine gute Nacht wünschen kann, indem man die Hand aus dem Zelteingang streckt.
Endlich im Zelt angekommen heißt allerdings noch lange nicht endlich im Schlafsack drin. Bis dahin vergehen noch gefühlte Stunden mit Verrenkungen, ans Zelt stoßen, die Schräge hinabkullern und die zweite Kontaktlinse einfach nicht mehr finden. Irgendwann aber ist man dann doch drin und merkt, was es heißt, im Schallbereich der Bühne zu zelten.
Mit knautschigen Knien, dem Rücken einer 77jährigen, komisch halbtauben Ohren und kältegefrorenen Zehen liegt man da und versucht es sich auf dem Klangteppich irgendwie gemütlich zu machen. Immer mal wieder tönt es „Helga“ durch die Nacht. Doch meine Hand greift nicht zu den extra schaumweichen, hyperanpassungsfähigen und ausrollbaren Ohrtöpseln, die eine verkaufstüchtige Apothekerin an mich losgeworden ist. Denn obwohl ich einen Ruf als lärmempfindliche Schläferin habe, säuselt mich das Wummern und Musiken der Party wie zehn süße Spielzeugmelodien in den Schlaf. Nichts stört mich. Ich träume sogar gut. Dass ich am nächsten Tag trotz Rückenschmerzen und leichter Übelkeit mit einem Grinsen im Bauch mir am eiskalten Wassertrog die Zähne putze, und in Erinnerung noch zum Jeans Team tanze, kann nur eines bedeuten: Mein erstes Mal immergut hat es mir angetan. Ich bin total verknallt.
Und würde es jederzeit wieder tun.

immergut 3

immergut 3

immergut 3

immergut 3

immergut 3

immergut 3

immergut 3

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16 Gedanken zu “kopfbilder

  1. Jaja, diese verflixten ZeltSchnurlabyrinthe… Da muss man aufpassen, dass man nicht über die Binnenmajuskel stolpert :)

    …achja: da ich noch nie zuvor von dem Festival gehört hatte, hab ich tatsächlich erst jetzt (nach dem einen Foto) die Überschrift des letzten Posts wirklich verstanden. Tsts, aber besser eine späte Einsicht als gar keine…
    Und dass jemand freiwillig und nicht des Vergessens wegen keine Ohrenstöpsel anzieht, könnte man schon fast als keck bezeichnen. Schon beim ersten Mal ganz souverän aufgetreten ;)

  2. :-))))))) Cool!!! Jetzt hab auch ich ein breites Grinsen im Gesicht :-))
    Bei den Bands kann ich deine Begeisterung echt verstehen – das wär auch was für mich gewesen :-))
    Und hey… das Weglassen der Ohrenstöpsel kenn ich… ein ganz klares Zeichen für frisch verliebt *grinst* :-))
    Freut mich echt für dich!! :-))

    Liebe Grüße,
    Magnolia

  3. Ui das klingt ja irgendwie alles ganz … ungemütlich… mit Rückenschmerzen im Zelt schlafen: aiaiai! Nüscht für Ommas wie mich. Aber du junges Hüpferlein scheinst es ja perfekt überstanden und sogar richtig tutti gefunden zu haben. Suuupi!
    Und das Zeltfoto mit den Kuschelmenschen ist ja mal total schau!

  4. richard: binnenmajuskel ist ja ein süßes wort für diese dinger, die sich einem vorzugsweise in den hacken bohren…

    und ja, das immergut ist es durchaus sehr wert, dass man davon gehört hat :)

    magnolia: schön, dass dir die bilder gefallen. bei mir lösen sie jedes mal wieder ein ganz wohliges bauchgefühl aus…

    donmatze: wohin gehts? zum hurricane etwa?

    tina: ja wirklich. sollten wir alle mal nachmachen..

    anj: ach, ich wette es gibt auch festivalomis, die das jedes jahr trotzdem schaffen…^^
    und ja, das letzte fotoist auch mein lieblingsbild..

  5. „Grinsen im Bauch“ ist hoffentlich public domain, oder? Fußbilder unter „Kopfbilder“ ist ja nur Neukombination ;)

    Ob mein eigenes letztes Mal doch nicht das letzte gewesen sein sollte — ?

    Hübschhübsch!
    Helga

  6. Buchtitel… wenns nur eine Gedichtzeile wär :)

    Hach, und Virginia Jetzt! warn anscheinend auch da. „Isch hab Rücken“, wie es der Kollege ausdrückt, dochdoch…

    Impressionabler Zehenputz für alle! (Also für alle Mädchen jetz…)

  7. … du wirst dich verändern in all diesen ländern … mein zuhause ist die welt…

    jaja, zähneputzen mit jeansteam-aerobic, dass ist der festivalcharme. frisch verknallt istgleich keine ohrenstöpsel gilt also immer noch bei der heutigen jugend? na dufte!

    auf der homepage von intro gibt es übrigens auch einige bildelein und eine kleine immergute videoimpression.

    ach ja, vielleicht doch ein oder zwei tage dockville im august? … oder wenigstens ein wenig c/o pop mitnehmen? hach …

  8. Yeah und schon infiziert. Noch fieser als Zeltschnüre sind die Wasserabflussgräben die einige Hobbypfadfinder tatsächlich um ihr Zelt herum ausheben! Ich hab mir da mal den Fuß verstaucht.
    Den „Helga“-Brauch hatte ich ganz vergessen, das schreit man immer noch? ^^

  9. lord: ja! das dockville steht ganz weit oben auf meiner mach-ich-dieses-jahr-noch-liste

    patrick: die helga-geschichte hat mir gleich eine zeltnachbarin erzählt, als ich angekommen bin. und es haben tatsächlich immer mal einige gebrüllt.

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