berlin kurz

im bus 240. zwei touristen fragen, ob der bus zur frankfurter allee fährt. der dicke busfahrer bellt, dass der bus dahin fährt, wos vorne dran steht und lässt die türen zuschlagen.

für eine woche muss ich vier stunden früher als gewohnt aufstehen und durch die stadt fahren. stundenlang dabei treffe ich nie gesehene frühaufstehende menschenmassen, die sich halb schlafend an ihrem kaffee und der busstange klammern. niemand spricht, alles runzelt die stirn. ich hasse ebenfalls alles und jeden und drängle mich rücksichtslos zu meinem lieblingsplatz. wehe der, die da drauf sitzt.

dann heute schlurfe ich in den bus und zeige mein ticket vor.
da plötzlich schockt mich der junge fahrer mit einem fröhlichen
„guten morgen!“.
jetzt bin ich wach.
und überlege, immer so früh aufzustehen.
nur für ihn.

hex hex

schon mit zarten 13 jahren habe ich büher über kräuterhexen und kräuterhexengärten verschlungen, hatte mein eigenes beet, mir zerkaute scharfgarbe auf blasen gedrückt (hilft!) und so ziemlich alle rezepte aus den büchern ausprobiert und mit löwenzahnhonig, arnikasalbe und johanniskrautöl die küche meiner eltern in chaos und stinkende hexenkessel verwandelt. irgendwann übernahmen dann mehr und mehr pflegeleichtere interessen meine freizeit und die zitronenmelisse das kräuterbeet. und seit ein paar jahren ist auch das kräuterbeet nur noch wiese.

seit kurzem aber mach ich mir die finger wieder dreckig. seit ich einen balkon habe und es über null grad sind, habe ich entrümpelt, bepflanzt, geträumt und gefegt. meinen traum vom selbstversorgerinnenbalkon will ich mir noch dieses jahr erfüllen und daher stehen jetzt auf jedem verfügbaren fensterbrett jegliche bepflanzbare behälter, in denen es hoffentlich unter der erde schon wild keimt.
jeden morgen werden jetzt nicht die katzis begrüßt, sondern mein allererstes hallo und ein prüfender zeigefingertest gilt dem kleinen grün. so hätschle und pflege ich meine kleinen sonnenblümchen, basilikum, majoran, liebstöckel, petersilie und glockenbümchen und musste schon rasenden herzens mitansehen, wie mein selbstgesäter, noch schwach auf den beinen stehender schnittlauch von fetten katzenpfoten zerdrückt wurde. drama drama hier im knallrosa hause!
und wenn ich mehr stoff für ideen haben will, mache ich es mit mit meinem neuen liebling gemütlich und träume von einer gemeinsamen zukunft mit und ohne garten:

übrigens habe ich auch meinen eltern ich aufgeregt von gemüse- und kräuteranbau in der stadt erzählt und mir wieder einen ausprobierplatz im garten erbeeten.
sie mussten nicht lange überlegen. dass ich jetzt eine eigene küche habe, beruhigt sie sehr.

hatschi.

.

ich muss mich erst an die netten temperaturen gewöhnen.
bisher war akribische zwiebelsucht gefragt, stundenlanges planen von kleidungsschichten und vorausschauendes waschen der langen tops. unter sieben schichten bin ich nie zur haustür raus, weswegen ich jetzt immer mindestens noch zwei zuviel anhabe. aber wie soll man sich auch so schnell merken, dass 11 grad nicht heißt unterhemd, tshirt, halblanges shirt, langes shirt und strickjacke, wenn minus 11 grad hieß zwei unterhemden, zwei t-shirts, zwei halblange shirts, ein pullover und zwei strickjacken? weil also mein friergedächtnis („nimm lieber die dicke strumpfhose! ach nee, lieber gleich zwei dicke!“) mein morgendliches noch fest im griff hat laufe ich also bisher jeden tag ein paar gut temperierte schritte und komme dann spätestens bei der treppe ins schwitzen, reiße mir meine winterjacke auf, strippe in der u-bahn und kann gerade noch an mich halten, nicht auch meine gefütterten stiefel von den füßen zu schleudern. die dünneren schuhe sind noch ganz hinten im regal, bei den bikinisachen.

zeit, den staub wegzupusten, und unter einem niesanfall den frühling einzuläuten.
hatschi!

more happy


(via)

was macht mich also glücklich? und wie kann ich glücklicher werden? dieser frage widmet sich ein ganzes buch, das mich schon seit einigen wochen begleitet: the happiness project von gretchen rubin.
und ich komme nicht umhin, mir auch jeden monat unterschiedliche happiness-fragen zu stellen und ein bisschen mehr darauf zu achten, so zu sein, wie ich sein will und versuche, netter, verständnisvoller und fröhlicher zu sein. (schwierig schwierig, da in meinem ohr sich anscheinend ein kleines nörgelvieh eingenistet hat, das öfter mal so richtig gern jemanden anmotzen will)
da schwirrte mir dann dieses wunderschicke bild vor die augen und passt so wie zeigefinger in donut, wie handy in hosentasche, wie daumen in mund, wie…naja, ihr wisst schon.
in nächster zeit sollte ich also mehr schmökern, spazieren, fotos machen, filme schneiden, dinge basteln und ins kino gehen, leute knuddeln, katzen streicheln, schwimmen, malen und kuchen backen.
schenkt mir jemand eine ordentliche handvoll zusätzlicher freizeit? dann fange ich sofort damit an.

(was macht euch glücklich?)

anfangen mit beenden

„aller anfang ist leicht
alles beenden … naja nicht.“
:
sagt die liebe kirsten fuchs so ganz richtig. anfangen kann ich super. was ich nicht schon alles wunderbar angefangen habe: aquafitness, ölmalerei, ordentlich sein, pilates, comics malen, meditieren, katzenbürsten, englisch bloggen, streng sein, lieb sein, walken, studieren, frühaufstehen, schwedisch, zeitungsschalen basteln, zuckerlos essen, anträge vorzeitig stellen,pride and prejudice…

auf dass 2012 ein beendejahr wird, ein durchhaltejahr und ein neueranfangsjahr! CHEERS!
(na wenn das kein gutes ende ist!)

three cats in one day

inspired by an article written by alex, who is on a 5-week-sailing trip right now and keeping a very funny and enjoyable blog about it, i’m going to tell you about my days too. but not my days without a shower (see-> alex) but as a new mother of three cats.

_____________________________________________________________________________________________

a typical day with three cats, one of them living in my bedroom for now:

_____________________________________________________________________________________________

1:00 go to bed, fed cat 2,3, and 1. cat 1 sleeps on its cat tree by the window

3:00 wake up because something really heavy fell on the ground. ah no, just cat 1 jumping down the cat tree 3:05 wake up because the bed shakes. no earthquake. just cat 1 jumping on the bed to sleep at my feet.

6:00 wake up because something is chewing really loud

7:00 wake up because something is still chewing really loud.
(how can the cat still find treats on the floor i wonder. i thought, it got them all last night.)

8:00 wake up because of incessant chewing. annoyed grabbing my glasses and see: the cat is chewing on my cat-net, that i incautiously have left on the ground

8:02 get up and take away the net, go back to sleep

9:00 get up, sweep bathroom (you don’t want to go in there with bare feet without sweeping before since the bathroom is where the cat’s litter boxes are and where the cat’s litter boxes are, there is cat litter on the ground. a lot.), clean boxes, take a shower, feed cat 1-3, play with cat 2 & 3. trying to play with cat 1, give up wanting to play with cat 1.

10:00 eat breakfast with cat 2 and 3 looking over my shoulder or sitting at my feet or ignoring me being in the living room.

11-15 work on paper for university 15:00 bored with work, want to cuddle cats. cats sleep.

15:20 back to work. trying to concentrate while cats want to cuddle.

16:00 take a nap, inspired by cat 1/2/3

17-19 work

19:00 bored with work, want to play with cats. cats sleep.

19:30 back to work. trying to concentrate while cats want to play.

21:00 dinner for me, then: playing and photography time for the cats

22-23 work

23:00 goodnight playing and feeding time

1:00 go to bed.

3:05 wake up..

schule

gestern haben die beste mitbewohnerin der welt und ich nochmal über unsere schulzeit erzählt.
wie man damals manchmal lieblingsschülerin war und manchmal nicht. wie wir theater gespielt haben und wie toll der informatiklehrer war. wie man so sachen gelernt hat. vom einzeller bis zum hüftumschwung.
wie man so hausaufgaben machre, die einen nicht interessiert haben. wie wir eine gute note in musik bekommen haben, weil wir im chor waren. wie früh man aufgestanden ist. wie wir in den pausen unter der treppe standen und mitgebrachte stullen gegessen haben. oder eierbrötchen aus der caféteria. klassenfahrten. arbeiten. jungs. schrullige lehrer. gerüchte. zeugnisse.

aber mensch, bin ich doch echt froh, dass das vorbei ist.

superkräfte

an der biolädchenkasse. der azubi mit den strubbeligen haaren sitzt heute da.
ich habe mir eine kronkorkencola gekauft und während er mir mein wechselgeld in die hand drückt, frag ich nach einem flaschenöffner. nee, ham wir leider nicht, nuschelt er. schade sag ich so.
aber ich schaff das auch ohne sagt er plötzlich, schnappt sich meine cola und das warentrennding aus holz.
mit einem lässigen hebel ist der korken ab.
und für mein beeindrucktes uui stiehlt sich kurz ein lächeln in sein teenagergesicht.
dann scannt er weiter.

my first cat comic – take II

nachtrag:
wow, okay. von wegen so ‚hach, ich zeichne einfach mal, was so in meinem kopf ist, ich find’s lustig, also muss es auch lustig sein. kann ja nicht so schwer sein‘. weit gefehlt. nachdem mir mehrere  liebe leute bestätigt hatten, dass das comic schwer/gar nicht/ganz anders zu verstehen war, als ich es mir so schön gedacht hatte, hab ich mich nochmal rangesetzt und alles anders gemacht. ich hoffe, jetzt ist es ein kleiner würdiger anfang von etwas, das vielleicht mal mehr werden könnte…jetze aber:

______
one day in november, my cat saw something awesome outside the window…


Weiterlesen

katzenyoga

schön, dass sie wieder hereinschauen bei: yoga für jeden yogi.
hier unsere heutige position: der hund im katzenpelz!
wichtig zu beachten hierbei ist die komplette streckung der hinterbeine und das kuschelige anliegen des kopfes auf dem schienbein, während die vorderpfote locker auf dem boden ruht und mit dem hinterbein ein formvollendetes dreieck bildet.
sehr schön vorgeführt hier von herrn miro von slav: (man beachte die vollkommene streckung der schnurrhaare!)


danke für die gute mitarbeit! viel erfolg beim nachahmen.
namasté.

(morgen dann: die katze im sack.)

wort in wort

kasimir und maroo rascheln den trampelpfad entlang,
auf dem genüsslich der herbst sich wälzt.

maroo an kasimir an maroo.
hand in hand in anoraktasche.
ohr an ohr unter dicken mützen.
rote nase an blauen lippen.

wort in wort.
füßeln sie weiter durch den tag.

 

 

fotomüll

gestern bin ich dreimal zum müll gelaufen und habe nicht nur alte plastiksonnenblumen (!), sondern endlich auch mal zwei papierkörbe voller fotos dahin gesteckt, wo sie hingehören. unglaublich, was sich über die jahre alles so in fotokästen verbarrikadiert hat. halb-schwarze fotos, die wenn überhaupt, höchstens als kunstfoto einer dreihjährigen durchgehen würden, verwackeltes, graues, 100 mal das selbe passbilde aus der 7. mit dem komischen pony und himmel, himmel, himmel. sonnenuntergänge bis zum erbrechen.
drücke nie einer 13jährigen, die gerade anfängt, liebesromane zu lesen, eine kamera in die hand.
und hör auf, landschaften zu fotografieren. es sei denn, sie sind echt echt awesome.
nach stunden voller achs und hachs und ach-damalse und viel kopfgeschüttel sind die wichtigen fotos geblieben. die mit den herzenserinnerungen.
und natürlich die mit meinem hamster.
hach.

M13

kurz vor zwölf in der straßenbahn.
eine betrunkene werkelt sich mit ihrem mit beuteln und kuscheltieren behängten rollator in die straßenbahn. aus ihren schuhen schluppt sie bei jedem schritt hinaus und als sie sich setzt, setzt sie sich auf ihre zu große filzstrickjacke.
dann guckt sie unter ihrem cappy hervor und spricht einen jugendlichen an.
„gott, die sieht ja aus, wie aus der altkleiderkiste. tschudlige, is nicht böse gemeint, aber die hose geht gar nicht. —
wie willste denn mit der ne freundin finden?!“