Merida kurz.

Wenn man fast vom Kinosessel rutscht vor Lachkrämpfen, sich verstohlen Tränen aus den Augen wischt, während man schon wieder vor lauter nichtzufassender rotschöpfiger Niedlichkeit dem nächstbesten in die Wangen kneifen möchte, dann ist das schon sehr viel, was man von einem Kinobesuch erwarten kann. Die Mischung zwischen dem Witz und Pfiff von Pixar gepaart mit Disneys Märchenhaftigkeit und rührigen Liedern hat wieder aufs Beste geklappt! Dann kneift man auch ein Äuglein zu, wenn manchmal etwas zu tief in der kitschigen Moralkiste herumgegraben wurde.
Wer dazu bereit ist und in Kauf nimmt, spätestens nach diesem Film sich heißblütig entweder eigene rothaarige Lockenkinder oder einen eigenen Bogen wünscht: Hingehen!

dem morgen entgegen

lautlos tanzt die katze von baum zu baum, wetzt übermütig ihre scharfen krallen an rauer rinde.
das fell vom wind zerzaust, die ohren gespitzt wartet sie auf einem ast sich niederstreckend.
blickt ihr entgegen mit nachtblauen augen.

immer wenn sie nah ist,
lässt sie sich fallen
zu ihr und reibt den kopf an ihrer hand.
gemeinsam streichen sie durch die nacht,
zerrupfen nachtnebel,
verwuscheln gras,
pirschen sich an
die dämmerung.

sie leckt den tau von ihren fingern.
innehalten.

dann setzt sie mit gewaltigen sprüngen
über das feld, voraus, voraus, voraus –
dem morgen entgegen!
:
ein schnurren hängt noch in der luft.