mehr nicht

Samstag, 10. Mai , 2008 by Anika

Sie erzählt mit nassen Wangen. Flüstert. Ohne Pause sagt sie es auf, wie einen Monolog, den sie zu lange schon in sich trägt. Ihre Hände liegen und manchmal bewegen sie sich leicht. Zu schwach für große Gesten.

Er hat mich getroffen und gefangen. Mir das Fell über die Ohren gezogen und trägt es jetzt um die Schultern. Schön hänge ich da. Schmiege mich an ihn, flüstere immer mal etwas nettes ins Ohr und er lächelt. Er kennt das ja. Jetzt bin ich da. Schon so lange, dass er mich gar nicht mehr spürt, bin eben da und das bleibt auch so. Er hat mich. Ende der Abenteuergeschichte. Die Arbeit ist getan. Das Lauern, das Verfolgen, das Anschleichen und Erlegen. Das Zähmen.

Immer ein wenig näher kommen lassen, bis es aus der Hand frisst und schnurrt. Streicheln. Immer zurück bringen und nicht zu nahe kommen. Immer wieder. Gut durchhalten.

Und dann ist es soweit. Jetzt hat er mich. Gezähmt. Das wars. Jetzt gibt mir wie einem guten alten Pferd einen Klaps auf den Hintern, um allein zurückzufinden. Durch die Dunkelheit. Er sieht nicht mal, wie ich zittere vor den Nachthunden, die mir nach den Fersen schnappen, die ihm bisher nie egal waren. Sieht nicht, wie die Traurigkeit mich umschlungen hält und ich die Tränen bin. Ein Tränenwesen geworden. Sieht nicht die feuchten Spuren auf dem Asphalt, die ich hinter mir herziehe. Er dreht sich nicht um und winkt nicht mehr. Schaut nicht auf. Sieht mich nicht mehr.

Aber er braucht ja sich keine Sorgen zu machen, dass ich irgendwann weg bin. Dass er eines Tages aufwacht und ihm ein bisschen kalt ist, weil da irgendwas fehlt. Denn wie soll ich auch weglaufen. Mein verschrumpeltes Herz baumelt ja als Trophäe um seinen Hals. Ich müsste es erst zurückstehlen.

Sie bricht ab. Ich lege meine Hand auf ihre und sie spürt nichts. Sie sitzt nur da und ertrinkt.

Funkentag

Freitag, 9. Mai , 2008 by Anika

Es war der Tag, an dem die Mondsichel zunehmend am Himmel leuchtete. Der Tag, an dem ich mir die Zunge verbrannt hatte beim Essen. An dem ich aufgeregt ins Zimmer stürzte. An dem ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. An dem ich sprudelte seit dem. Mit schnellen Schritten und einer leeren Konservenbüchse in der Tasche zur Straße.

Der Tag, an dem wir bei fremden Nachbarn klingelten. Der Tag mit dem Lachanfall im Treppenhaus und den Luftballons. Der Tag, von dem ich einmal erzählen werde.

kreuzweise

Freitag, 9. Mai , 2008 by Anika

Liebe Freundin, so bleibt man keine.
Lieber Professor, Sie würden an einer Grundschule mit offenen Armen empfangen, an der Uni können Sie sich ihren Zeigefinger sonst wohin.
Liebe Streetdancetrainerin, es reicht nicht, toll tanzen zu können. Toll wäre es, wenn wir das auch lernen.
Liebe Muskeln, wenn ihr die ganze Zeit weg wart, dann braucht ihr euch jetzt auch nicht mehr zu melden.
Liebe Fortgeschrittene, Anfängerkurse sind keine Angeberkurse für Könner. Verpisst euch bitte.
Lieber Ballettlehrer, die Qualität Ihres Kurses wird nicht an der Anzahl der Muskelkrämpfe gemessen. Und auch nicht daran, wie oft Sie sich in den Schritt greifen.

Liebe jene. Ihr könnt mich mal.

Gänsewort

Donnerstag, 8. Mai , 2008 by Anika

Sich eine Gänsehaut schreiben, ist kein erstebenswertes Gefühl. Gekaufte Worte können so weh tun.

Auf der Haut und darunter

Dienstag, 6. Mai , 2008 by Anika

Die Rapsfelder sind das erste Wegzeichen. Die kleinen gelben Blüten fangen an, sich im grünen Takt zu wiegen, werden ein Sonnensee. Sie hat sich immer gefreut, damals noch. Jeden Frühling hat sie gesagt Ach Kindchen, wie schön ist das jedes Mal, wenn der Raps kommt. Jedes Jahr so wunderbar wenn die Felder blühen. Ach Kindchen. Wir fahren am gelb gesprenkelten Feld vorbei. Es ist wieder die Zeit, die die Augen verzaubert. Ja, den Raps hat sie immer gemocht.

Wir steigen aus und atmen vergessene Luft. Die letzte Parklücke vor der Wiese war noch frei. Sonntagskinder und Dorfkinder liegen im Gras neben ihren Fahrrädern. Kleine Eisflecken auf den Wangen und die leeren Glasbecher auf den Biertischen.

Meine Füße kennen noch den Weg, der Blick muss erst wieder über alles tasten, um zu erkennen. Um wegzuwischen und hervorzuholen, was damals war. Der Grashügel mit den Gänseblümchen und der immer feuchte Waldweg. Der gleißende Tag ist nur Schatten der Nacht damals, ohne Sattel zur Weide.
Auf der Caféterrasse sitzen die Ausflügler und schauen in den Himmel. Da, da hinten rechts haben wir gesessen. Der Kuchen klebrig und süß in der Hand. Wie die Seewellen gegen den Steg schwappen. Und wenn man das Ohr auf das Holz legte, war da ein Glucksen. Wie von einem dicken Ungeheuer.

Die Pferde sind immer noch dort, wo der Weg sich gabelt. Die Luft ist schwer vom Geruch nach jungem Gras, nach Möwen am HImmel und Heu. Knisterheu, das immer so schön nach Ferien roch. Und jedes Mal eine Handvoll davon in die Hosentasche. Abends im eigenen Bett dann in das Kopfkissen stecken und mit der Nase hineinspringen

Nach verwischten Stunden Zeit und der Haut voller Waldgrün geht es irgendwann zurück.
Kein duftendes Heu nach Hause, diesmal. Nein, diesmal Bilder von Kindern, die auf Baumstämmen spielen und das Damals feucht in den Augen. Ein Grashalm im Nackenhaar und die Rapsfelder neben uns. Ich hebe den Kopf nicht vom Arm, aber ich sehe sie auch mit geschlossenen Augen am Fenster vorbeischwimmen.

Auf dem längeren Hebel sitzen

Montag, 5. Mai , 2008 by Anika

kinderhebel.jpg

Spargelmeute

Montag, 5. Mai , 2008 by Anika

Kaum ruft irgendwer Spargelzeit, schon fühlen sich alle Blogger berufen, über ihren Urin zu schreiben.

Lasst das doch bitte. Und zwingt mir nicht geruchliche Kopfbilder auf, die ich nie mehr loswerde. Das hat uns doch Charlotte schon zur Genüge angetan.

Blogpiepel Aftershow

Sonntag, 4. Mai , 2008 by Anika

Dass das erste Blogpiepeltreffen von Polizeischutz umgeben wird,
war nicht geplant.
Aber natürlich ist ja der 30. April der Vortag zum ersten Mai und natürlich ist der Boxhagener Platz der, an dem sich alles trifft, was grüne Streifen auf den Wagen hat und Sterne auf der Schulter.
Das Treffpunkt-Café befand sich nur ein paar Schritt außerhalb der Sperrzone und nur Anj und mir wurde in die Taschen geschaut, als wir durchgeschlendert sind.

Ab 20 Uhr trudelten dann nach und nach die Blogpiepel ein. Das “Ist das hier das Bloggertreffen” war je nach Typ schüchtern geflüstert oder frei heraus gelacht. Meine knalllachsrote Armbinde - sogar an beiden Armen - wurde zwar nicht bemerkt, aber mein Winken gepaart mit dem “Ich bin die, die” - über den Tisch gerufen haben dann doch die meisten bemerkt.

Irgendwann waren dann alle Plätze besetzt, irgendwann hatte jeder Namen und Blogadresse sich auf die Brust geklebt irgendwann nach der semi-verkrampften Vorstellungsrunde mit “undwasmachstdusowenndunichtbloggst” wurde sich weiter angeregt unterhalten.

Es trafen sich die, die offensichtlich von Web2.0-Treffen zu Blogger-Treffen tingeln, andere, die vor Kurzem zum ersten Mal überhaupt fremde Kommentare auf ihrem Blog bekommen hatten und wieder andere, die damit schon genug Geld verdienen, um sich monatlich ihre Miete zu leisten.

Einige musste man im Ohr etwas leiser drehen. Andere etwas lauter und meist waren sie es, die man am liebsten in den Arm genommen hätte, und über die Wange streichelnd umarmt.

Komisch wurde es nie. Irgendwie war es, als ob das nicht das erste Mal war und nach einer kurzen Orientierungsphase haben die Grüppchen zueinander gefunden und sich immer wieder neu gemischt. Der eine ist dann zum Kickern weg, die andere auch, dafür hat sich dann die eine auf den Platz des anderen gesetzt…irgendwann hat jeder mal mit jedem.

Und einige ein bisschen offensichtlicher.

Es gab eine Zeit, in der mein Schuh in anderen Händen lagen und mitsamt der Ringelsocken auf aussagekräftige Charaktermerkmale untersucht wurde. Eine Zeit, in der sich viele über die Sternzeichenneuschöpfung “twidder” beeiert haben. Und eine Zeit, in der die Puppe beidhändig spiegelverkehrt “Strahlenschutzphysiker” auf den mit Packpapier beklebten Tisch geschrieben hat - begleitet von schieftöniger Mädchenzirkusmusik und Blitzlichtgewitter.
Was will man mehr von einem gelungenen Abend?

Höhepunkt war für mich zum einen, wie das umgeworfene Glas meinen geliebten Laptop (ohne Backup) knapp verfehlt hat. Und zum anderen, dass der Abend überhaupt so stattgefunden hat und tatsächlich - aus einer Idee geboren - jetzt quietschlebendig so vor sich herlief. Tolles Gefühl. Das Packpapier vom Tisch mitsamt Wachsflecken und Kritzeleien liegt jetzt in meinem Zimmer vorm Fenster. Schön wars, ja.

Und es wird ein nächstes Mal geben.

Mit dabei waren:

Anj von if there wasn’t a reason, Kassio vom Mixtape, Tina vom Kaolrienzählen, Puppe von Blogpuppe, Anne von Sonnenanne, Nico von Hagenbuger.net, Kai von alltagskakophonie, Jens vom Muhashadowblog, Dagger von Dagger und die Welt, Sandra von bloggerin.com, Christian von Plomlompom, und iche.

Feuerland, guten Abend.

Mittwoch, 30. April , 2008 by Anika

Es ist Freitagabend. Norbert Leisegang, der mit der dahingerotzt-lässigen Stimmlage, nimmt Gedichte in den Mund. Der Titel sagt’s schon: “Club der Toten Dichter - Wilhelm Busch neu vertont.” Und zwar richtig.

Neunzehn Uhr, der Einlass im Babylon hat begonnen. Da freie Platzwahl ist, eile ich durch die Mitte-Straße mit großen Schritten und wippendem Zopf.

Alles grundlos, denn das doppelt so alte Publikum ist doppelt so unaufgeregt. Meine Sorge, nur noch Sitzplätze mit großen Menschen vor mir zu bekommen, verpufft angesichts des mäßig gefüllten Saals.
Während ich mich zu den vorderen Reihen voranschlängele, schüttle ich mir ganz schnell die Erinnerung an das letzte Arctic-Monkeys-Konzert aus den Ohren. Hier ist man zwar auch mit glänzenden Augen und Apfelwangen dabei, aber sitzt dabei gesittet in den Kino-Sitzen. Und gedrängelt wird nur aufm Klo.

Eine Stunde, eine Cola und ein „Gehören sie dazu? Wo sind denn die Toiletten?“ später tritt die Band,
die so rein gar nichts mit Arctic-Monkey-Zuständen gemein hat, auf die Bühne. Der Saal ist inzwischen ausverkauftgefüllt. Und die Männer der Stunde sehen reihum so aus, als hätten sie daheim eine kleine Tochter mit Locken, die auf sie wartet. Darauf, dass sie fröhlich kreischend wieder auf die Schulter gehoben wird. Angenehm unarrogant schlendern sie zu ihren Instrumenten.
Und das Konzert beginnt.

Trotz Sitzplatz, Scheinwerfer in die Gesichter des Publikums – zum Filmen für die DVD-Aufnahme, ja, das muss heute so -, die durchaus unattraktiven Hauptakteure und Alt-Gedicht-Interpretationen breitet sich eine wohlige Gänsehaut über meinen Rücken, als die Herren zu spielen anfangen. Die können das. Hört man. Das mit dem Musik machen. Das können sie gut.

Schon in den allerersten Minuten haben sie mich auf ihre Seite gezogen. Wer hätte gedacht, dass Max und Moriz’ Ende so harmonischön klingen kann.
Ich lasse mich von der Musik umschwirren und schaue dem Kontrabassisten zu, der beim Spielen selbstvergessen tanzt und alle Lieder lächelnd mitsingt. Dazu ein aufgeknöpftes Hemd, Ohrring und Baskenmütze.

Diesmal entführt mich die lässige Erdnussschips-Stimme zwar nicht nach Feuerland, verzaubert aber trotzdem. Und die Melodien sind so wunderbar, dass ich ein paar Lieder lang vergesse, auf die wortwitzigen Texte zu achten. Ach,das wird ein schöner Abend, denke ich, während ich grinsend im Sessel vor und zurück wippe.

Und da habe ich recht.

(v.l.n.r.) Reinhard Repke, Jörg Mischke, Tim Lorenz, Helge Marx, Norbert Leisegang
25. April 2008 im Babylon

massenfehler

Dienstag, 29. April , 2008 by Anika

Rundmails sollte man besser dreimal lesen, bevor man sie abschickt. Ansonsten riskiert man, von einer als Gruppe definiterten Anzahl von Menschen um die offensichtlich vorhandenen Lese-Rechtschreib-Schwäche bemitleidet zu werden.

Morgen, Piepel!

Dienstag, 29. April , 2008 by Anika

Morgen abend ist es soweit.
Das Berliner Blogpiepeltreffen startet! Ab 20 Uhr geht’s los, im soylent in der Gabriel Max-Str. 3. Gestern hab’ ich nochmal den Kicker ausprobiert und verloren- funktioniert also immer noch tadellos.

Wenn man reinkommt und einfach an der Bar vorbei geht, haben wir ganz hinten links die Couchen. Erkennen kann man mich dann zwar nicht daran, dass ich mit meinem Laptop oder Notizbuch winke, aber an der knallrosa Schleife um den Arm :) Ich bin gespannt, werde heute noch Kreppklebeband zum Namen-an-die-Brust-kleben kaufen, ein paar 50 cent-Münzen fürs Kickern beiseite legen und mich einfach ein wenig freuen.

Wer mitmachen und auch kommen will, ist natürlich immer noch allerherzlichst eingeladen!
Bis dann also.

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mehr blogpiepel

Brotpausen

Montag, 28. April , 2008 by Anika

Wenn man die liebevoll bebutterten, gelachschinkten, verkäsigten, schokoraspelbestreuten vorfreudig frischfolieneingepackten Pausenbrote zuhause liegen lässt, ist das eines der schlimmsten Dinge, die einem montags passieren können.

Das Wochenanfangsende rettet dann nur noch knapp, dass ein fertiger Brotabend auf einen wartet, wenn man nach Hause kommt.

Schlafschaf

Montag, 28. April , 2008 by Anika

Sonntag abend sämtliche Fotos der letzten zwei Jahre zu löschen, das gar nicht gewollt haben, fast hysterisch in Tränen auszubrechen, mit nicht wiedererkennbarer Stimme zu telefonieren, das Ganze dann von Helden mit Zauberkräften die Nacht über gerettet zu bekommen, am nächsten Morgen um sieben aufzustehen und bei linguisitischen Logik-Problemen konzentriert mitdenken zu müssen, ist keine so gute Idee.

Sonnentag

Sonntag, 27. April , 2008 by Anika


Am offenstehenden Flügelfenster steht die Zimmerpflanze fast ganz im Freien und guckt zum Baum raus. Du bist aber grün geworden. Das letzte Mal waren Deine Kleinen noch ganz winzig.

Ich sitze im Sessel, die Kuscheldecke mit mir, für die bald veschwindende Morgenkühle. Draußen vor dem Fenster steht ein Auto, das heute zum Sonntagsauto wird. Der Kinderwagen kommt in den Kofferraum, das Kind ist angeschnallt, der Mann noch nicht, sitzt aber schon mit dem Picknickkorb auf den Knien vorne, guckt nochmal, ob das Kind wirklich angeschnallt ist. Dann steigt auch die Frau ein. Türen klappen. Zweimal. Dreimal. Das Lieblingskuscheltier lag noch in den zerwühlten Kissen. Ein letztes Mal. Mit Nachdruck. Dann geht es los, das Ausfliegen zum Sonntag. Grün sehen und ein bisschen rot werden. Ins Licht blinzeln und die Picknickdecke am See ausbreiten, dort, wo die wenigsten Wurzeln wachsen. Und am Ende des Tages die Sommersprossen zählen.

Sonnentägliche Sprünge zur Idylle. Und auch für mich wird dieser Sonntag ein Ausfliegen. Es geht zur Kindheitserinnerung. Da, wo Reiterferien, Wochenendausflüge, Ruderbootversuche und Schlittschuhlaufen sich die Hand geben. Da, wo wir immer still waren, auf dem Rücksitz. Weil wir an den Fenstern geklebt haben, die Finger und Nasen nach draußen gestreckt und Luft gefangen mit der holen Hand.

Bevor wir losfahren mit Proviant auf dem Schoß, winke ich der Zimmerpflanze und dem Baum noch schnell ein Bisdann. Aufgeregt wie früher.

Glashüpfer

Samstag, 26. April , 2008 by Anika

Wer einem alles so vor der Linse springt, wenn man doch nur Parks festhalten wollte. “Ah, eine Fotografin!” (singt)

Stadtlich

Freitag, 25. April , 2008 by Anika

So kann man sich effektvoll die StraßenbahnWartezeit vertreiben lassen.

baumbüscheln

Donnerstag, 24. April , 2008 by Anika

Ich fange schon an, mich wie ein Kamel zu fühlen.
Überall blinken mir plötzlich die frühlingsgrünen Baumkronen entgegen wie knackige Salatbüschel, in die ich sehnsüchtig hineinbeißen möchte. Wie prallrote Traubenreben hängen sie verheißungsvoll da oben. Ich will mein Gesicht darin versenken, mit Büschen büscheliger Blättern im Mund wieder daraus hervorkommen und mir verzückt kauend den kühlen Saft aus den Mundwinkeln über das Kinn laufen lassen. Ja, wie ein Kamel.
Das wäre doch schön.

BlogpiepelTreffen unter Dach

Mittwoch, 23. April , 2008 by Anika

Ein Ort ist geboren! Es steht jetzt fest, wo alle Beriner Blogpiepel, die Lust haben, sich nächste Woche treffen werden. Heute war ich da und habe der hübschen Schwarzhaarigen vom Tresen gesagt, dass nächste Woche ein paar mehr Leute sich in die Couchen da hinten links kuscheln möchten.

Meine Wahl ist nach einiger Aus~ auf das soylent in Friedrichshain gefallen.

Mit Kicker, Selbstbedienung und tollen Sachen an den Wänden und fast genau am ergrünten Boxhagener Platz. Das wird schön!

Nochmal kurz und bündig:

undwasbloggstduso-BlogpiepelTreffen
am 30. April 2008
im soylent ab 20 Uhr
Gabriel-Max-Str. 3
12045 Berlin

Kuscheln, Couchen, Kickern.

Knautsch

Mittwoch, 23. April , 2008 by Anika

Der Anruf von Oma dauert genau 3:50 min.

Exakt die Zeit, die es braucht, mein voller Vorfreude gebackenes Sandwich eklig lauwarm werden zu lassen. Und dem ehemals flüssigen Käse eine Konsistenz zu geben, die irgendwo nach Knautsch kommt.

Fensterbaum

Dienstag, 22. April , 2008 by Anika

Zum Anfang der Knisterzeit gehört immer, dass der Baum vor meinem Fenster gegen mich gewinnt. Könnte er sprechen und Grimassen ziehen, würde er mir eines Morgens mit entsprechendem Gesicht ein Ha! entgegenrufen.

Ich habe doch jeden Tag aufgepasst, aus dem Fenster geschaut und die kleinen Schlafsäcke betrachtet, in die sich die Blätter kuscheln und aus denen noch nicht mal ein kleiner grüner Zipfel herausguckt. Nicht einer. Tag für Tag. Und trotzdem hat der Baum es wieder vollbracht. Hat alle Blätterknirpse in einer Hauruckaktion aus ihren Betten geschüttelt und herauspurzeln lassen. Reckt sich dann grün grinsend in der Sonne und klopft an jenem Morgen schadenfreundlich an mein Fenster. Er hat gewonnen, hat mir den übertölpelten Blick abgeluchst. Den verwirrten, den, mit dem ich mich frage, wie ich ihn schon wieder verpassen konnte. Den Frühlingsanfang außerhalb des Kalenders.

Aber nächstes Jahr, fuchtele ich dem windwippendem Baum entgegen, nächstes Jahr passe ich besser auf. Sage ich mir. Wie jedes Jahr.