auf zehenspitzen, benjamin


Wenn man dieses Semester endlich eine tolle Ballettlehrerin gefunden hat, sollte man dankbar sein. Nicht nur die Stunde danach, sondern auch noch knapp sieben Tage später, kurz vorher.

Man sollte sich daran erinnern, wie wunderbar märchenfeenhaft man sich gefühlt hat. Und froh sein, dass man sich nicht dabei angucken musste, und sehen, dass man eher Benjamin Blümchen auf Zehenspiten ähnelt. Man sollte immer noch über diesen lustigen Bonobonautomaten in der Umkleide entzückt sein, der für zehn cent drei bunte Haargummis in einer Plastikkugel ausspuckt.

Man sollte auch nach dem Training wieder den Rücken gerade strecken, das Becken kippen und den Kopf recken, weil sich das so gut, so richtig angefühlt hat. Man sollte voller Erwartungsfreude die Stunden bis zum nächsten Mal zählen und schon morgens die Sachen bereitlegen und extra Zehncentstücke aus dem Sparschwein fischen und halb neun entgegenfiebern.

Aber – man sollte niemals, niemals sich über plötzliche Beinschmerzen heimlich freuen. Damit leichten Herzens nach Hause fahren, um lange warm zu duschen und mit keinen Gedanken die verpasste Tanzstunde zu bedauern. Nein, das sollte man nicht. Wirklich nicht.

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8 Gedanken zu “auf zehenspitzen, benjamin

  1. Das ist die richtige Einstellung. Man sollte wirklich nicht die beinstrapazierende, anstrengende, wundervolle – ähm! – im kalten Raum statt findende Ballettstunde bedauern. Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee! ^^

  2. Hehe, nein das sollte man wirklich niemals. Aber der innere Schweinehund ist halt ein Mistbock ;) Mir geht das beim Yoga auch manchmal so und ich ärgere mich jedesmal tierisch über mich selbst, weil ich eigentlich genau weiß, wie gut und richtig es ist hinzugehen…

  3. Direkt beim letztem Absatz deines Eintrags taten mir meine Sehnen weh, weil ich mich sofort an eine Sportstunde erinnert fühlte. Nicht richtig warm gemacht, nicht auf den Sportlehrer gehört … knacks. Aua. Das fühlte ich eben alles wieder.
    Gute Besserung auch von mir!
    ;)
    Waldgrüße in die Großstadt zur Anika

  4. danke danke an die besserungswünsche. am nächsten morgen war es wie von zauberhand verschwunden^^

    alex: ja da schließe ich mich anj an, das klingt interessant. und dass auch die arme wie sau weh tun können vor anstrengung, das vergisst man beim gdanken an ballett ziemlich schnell..

    paula: habi

    rumpelwald: ui, ich möchte ja dir keine schmerzen auf den leib schreiben. das hört sich ja gruselig an…

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